Sonntags Top 7 #14/21

10 Tage Urlaub sind wie im Fluge vergangen – wo man schon sonst nirgendwohin fliegen kann…Was soll ich sagen: es war schön! Doch nun zu den Sonntags Top 7 von antetanni:

Sonntags Top 7   14 21

  1. Lesen=Hörbuchen | „Die Gefangene von Göteborg“ war schneller geköpft als gedacht und nun habe ich schon gelacht und geweint über und um Greta/Gretchen aus „Stay away from Gretchen“ von Susanne Abel. Die Geschichte der 84jährigen Greta, die im 2. Gang 60 km/h auf der Autobahn fährt und die Kölner Lichter für den Krieg hält, wie so viele ihrer Generation, die Feuerwerk nur mäßig gut finden konnten.
    Ihre Flucht beginnt 1944 und erinnerte mich an meine Mutter, die leider zu Lebzeiten nicht befragt habe. Ich weiß nur, dass sie die Wilhelm Gustloff wieder verlassen hat, weil Vater und Schwester nicht rechtzeitig da waren. Wussten Sie, dass der Untergang der Gustloff mehr Todesopfer gefordert hat als der der Titanic?
  2. Musik | Yvonne hat einen zauberhaften Musikgeschmack!
  3. Flimmerkiste | Letzten Sonntag (glaube ich) zufällig „Queens – days of our lives“ war tiefbeeindruckend. Anschließend kam noch „Rocketman“.Doch den hatten wir vor kurzem gesehen.
    „Gefangen“ am Montagabend war eher enttäuschend. Ich hatte mir mehr erwartet.
    Gestern Abend – auch wieder sehr zufällig entdeckt – „Mit ganzer Kraft“ auf mdr: der Ironman von Vater und behindertem Sohn. Sehr berührend.
  4. Erlebnis | Oh…ganz wundervoller Weise haben wir unsere Neffen besucht. Mit der Frau habe ich eine große Familie geheiratet (5 Geschwister, inzwischen 15 Neffen und Nichten).
    Der kleine P. war der erste kleine Mensch, den ich im Arm hatte bevor er 24h alt war. Ich fühle mich ihm (deshalb?) sehr verbunden, obwohl ich ihn – wegen Corona – viel zu selten sehen und mich auch leider niemand nach Patenschaft gefragt hat.
    2 Jahre ist er jetzt. Plappert drauf los. Kann alleine laufen, Schuhe anziehen. Es ist ein Wunder!
    Dank Urlaub konnten wir dann auch noch zu dem 4 Monate älteren S., der in einem Dorf in der Nähe wohnt.
    Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein: der eine forsch und neugierig, der andere eher still und zurückhaltend, aber beide absolut goldig.
  5. Genuss | Viele selbst gemachte Genüsse ganz einfacher Art: gestern haben wir das mitgebrachte Walnussbaguette vor lauter Genuss mit Butter und Salz schlicht „weggeatmet“. Am Abend dann selbstgemachte Hot Dogs und Mini-Pseudo-Burger.
    Genuss kann so einfach sein.
  6. Web-Fundstücke | Aufgrund von Gretchen Geschichte versucht ein wenig Ahnenforschung zu betreiben. Hugo Kraass – SS-Obersturmbahnführer !!! gehört zu den Dingen, die man eigentlich nicht wissen will; erklärt aber, warum mein Opa von „den Russen“ in den Keller gestellt wurde, mit Wasser bis zum Hals.
  7. Hobbys | Eine kleine Fototour [„Unten am Fluss“]konnten wir machen. Sonst war es leider oft viel zu kalt, um länger raus zu gehen.

Veröffentlicht von Kain Schreiber

Gedanken. Geschichten. Bilder.

14 Kommentare zu „Sonntags Top 7 #14/21

  1. Wenn man mal anfängt, sich mit seinen Vorfahren zu beschäftigen, kommen einem manchmal sehr fordernde Informationen zu. Manches kann man über das Lesens zur Abrundung seiner oft nur lückenhaft oder gar nicht erzählten Familiensaga hinzufügen, manches geht emotional darüber hinaus, und ist denen schwer vermittelbar, deren Familien vergleichsweise „glimpflich“ davongekommen sind.
    So rührend, diese kleinen Hände!

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      1. Wenn es schon in der Generation zuvor so schwierig ist. hat man mehr Mühe, aber eigentlich lassen sich manche Dinge über Geburtsurkunden auch nachträglich herausbekommen, inzwischen ist es auch bei ehemaligen Heimatvetriebenen und mit jetzt polnischen Archiven leichter als früher. Manchmal findet man schon im Web über den eigenen Familiennamen / Mutternamen und einen Ortsnamen einen ersten Einstieg. Ich empfand manchmal schon eine regional genauere Zuordnung als wohltuend.

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      2. Zeitintensiv ist es. Irgendwie kam es mir aber immer so vor, als würde es durch den persönlichen Zuwachs an Wissen, selbst wenn es nicht direkt verwandtschaftlich-persönlicher Informationszuwachs war, etwas aufzufüllen, wo vorher eine gewisse Leere herrschte, die einem in früheren Jahren durch das so empfundene, stumme Frageverbot auferlegt worden war. Schwer zu beschreiben … als würde man sich schon in der Annäherung etwas Vermisstes wieder aneignen, kleine Steinchen in Lücken einfügen.

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  2. Ich danke dir 🙂
    Ich glaube fast, in jeder Familie gibt es Abgründe. Die Großeltern väterlicherseits waren Flüchtlinge aus dem Sudetenland der andere Großvater war Nazi durch und durch. Er war im Krieg, in Gefangenschaft und trotzdem bis zu seinem Tod dieser abartigen Gesinnung verfallen. Wir hatten hitzige Diskussionen als ich Teenager war und ich habe ihn einfach später aus meinem Leben gestrichen. Man kann sich seine Ahnen nicht aussuchen aber man muss sich ihnen auch nicht verbunden fühlen.
    Ich wünsche dir die Information als das zu sehen, das sie ist … eine Information.
    Liebe Grüße und eine schöne Woche
    Ivonne

    Gefällt 3 Personen

    1. es gibt so vieles, das ich nicht verstehe: warum menschen sich das zurückwünschen…wie menschen damit leben konnten. warumich meine mutter nicht gefragt hab als ich es noch konnte…
      hugo kraass leitete in skt peter ording eine kinderkurheim
      ???
      meine mutter hatte das mit meinem opa hin und wieder erzählt, wollte aber nie sagen, warum das mit ihm gemacht wurde.
      ich war zu jung, um die richtigen fragen zu stellen und nun ist sie nicht mehr da.
      nun ja…
      verpasste gelegenheiten.
      sehr schade.

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      1. Meine Großmutter lebte mit ihm und ertrug ihn einfach. Ich konnte das nie verstehen und die Fragen, die ich stellte, wurden einfach von ihm mit Parolen weggewischt.
        Wichtig ist einfach, dass man selbst bessere Entscheidungen trifft und es den Kindern vorlebt wie eine friedliche und offene Gesellschaft funktionieren sollte.

        Gefällt 2 Personen

  3. Ein schöner Sonntagsrückblick, der mich nachdenklich macht. „Witzig“, dass du gerade in diesen Tagen an Ahnenforschung denkst, ich habe mich damit nämlich gedanklich diese Woche auch mehr als einmal befasst. Wahrscheinlich liegt’s an Papas 80. Geburtstag, der diese Woche ansteht, dem kleinen Großneffen, der neu bei uns ist, dem Junior, der bald volljährig wird. Alles so Meilensteine, die einen selbst dazu bringen, sich im eigenen Leben und denen davor so weit es geht umzuschauen…
    Liebe Grüße und hab einen schönen Sonntagabend
    Anni

    Gefällt 1 Person

    1. frag ihn, sprich mit ihm, solange du noch kannst…möchte ich dir spontan zurufen und hoffe, du hast es längst getan. diese generation wird uns nicht mehr lange auskunft geben können.

      hab auch einen wundervollen sonntagabend!

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