Nachbarn – abcEtüde 06.07.2021 #1

Nachbarn

Es war überall. Glitzerte und funkelte wie kleine Diamanten. Vielleicht auch eher Diamantenstaub, so schnell wie es zerfiel. Sich überall verteilte. Straßen und Wege blockierte. Geräusche dämpfte als hätte sich Watte über die Stille  gelegt. Sie transportiert, damit sie endlich jeden erreichte.
Sicher!
Es war nicht neu, dass im Winter Schnee fiel. Allerdings hatten die Menschen in den letzten Jahren die Überzeugung erlangt, dass die nächste Generation nicht mehr wissen würde, wie dieser aussah, schmeckte, roch. Welch wunderbares Gefühl es war, sich fallen zu lassen, ohne Angst. Puderweich zu stürzen. Erfrischt von den tausenden Eiskristallen.
Sich hinzuwerfen und Engel in den Schnee zu zaubern. Den Blick in den blauen Himmel gerichtet. Euphorisch beglückt durch dieses weiße wunderbare Nichts. Die Kälte nicht zu spüren, weil die Endorphine den Körper schützten und die Seele befreiten.
Nichtsdestotrotz war nicht alles nur schön: das Auto drei Meter höher als sonst, musste früher oder später befreit werden. Also machte ich mich zum Affen und begann mit einem winzigen Kehrblech aus Metall – denn wer von uns hat schon einen Schneeschieber, wenn man ihn mal braucht – den von anderen aufgetürmten Schnee, der um das Auto herum lag, in einzelnen Riesenklumpen auf die dahinter liegende Rasenfläche zu tragen, um wenigstens um das Fahrzeug herumgehen zu können beim Räumen.
Als ich nach anderthalb Stunden aufgab, fanden sich gleich darauf mehrere Nachbarn mit großem Gerät ein und begannen ihre Autos freizuschieben. Wahrscheinlich bilde ich mir aber nur ein, dass sie extra gewartet haben, bis ich weg war.

Ein Beitrag zu den abcEtüden auf Schreibeinladung von Christiane.

Veröffentlicht von Kain Schreiber

Gedanken. Geschichten. Bilder.

3 Kommentare zu „Nachbarn – abcEtüde 06.07.2021 #1

  1. Du hast demnach sehr höfliche Nachbarn, die dich mit deinem Kehrblech nicht beschämen wollten 🤔😉
    Schneit es denn so heftig bei dir?
    Das mit dem Schnee-nicht-kennen: Ich glaube, das kommt darauf an, wo besagte nächste Generation lebt, aber ich möchte das Fass eigentlich jetzt nicht aufmachen.
    Danke dir 😁
    Abendgrüße 😁❄️🍲🍷👍

    Gefällt 1 Person

    1. Es hat heftigst geschneit. 61h lang. zum glück brauchen wir privat das auto nicht. leider habe ich aber noch zwei dienstwagen …nun ja.ich finde schnee trotzdem toll. leider komm ich auch nirgendwo hin, um tolle schneefotos zu machen. was ich sehr bedaure. aber alles hat seine grenzen und ich gefährde mich nicht, deshalb.
      hab einen schönen abend!

      Gefällt 2 Personen

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