abcEtüde 43.44.20: Heimwärts

Ein Beitrag zur Schreibeinladung von Christiane:

Heimwärts

Die Landstraße Richtung Heimat. Sie führt durch Wald und ein paar kleine Orte, die sich in all den Jahren alle bemüht haben, Anschluss an die neue Welt – die so neu (30 Jahre ‚danach’) nicht mehr ist und schon vorher nicht war – zu finden, in dem der eine Ort einen Supermarkt mitten in das Dorf setzte und der andere eine Tankstelle hat, deren Preise manchmal fabelhaft niedrig scheinen.

Ich kenne jede Kurve. Nein, es muss eigentlich heißen: ich kannte jede Kurve. Denn nun wird eine Autobahn durch den Wald gefräst. Die dazugehörige Umgehungsstraße erinnert nur noch im Ansatz an die mir bekannte Straße. Die glänzend neuen Brücken sind trotz ihrer wenigen Tage längst von Schmutzfinken des Fußballvereins der Landeshauptstadt verschandelt. Bis an die Küste verfolgen eine diese Taggs. Dort soll auch die neue Autobahn hinführen, die den Wald so nachhaltig in seiner Ruhe stört, dass kaum noch Pilze wachsen. Nur giftige. In großer Zahl. Als wolle die Natur den Menschen etwas sagen: ihr seid Gift!

Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich das Wort „mopsen“ unterbringen soll, denn was hier passiert, ist nicht mit solch einem verharmlosendem Wort zu beschreiben. Es ist Raub, schwerer Raub an der Natur.

So sehr mir die Vorstellung auch gefällt, in weniger als drei Stunden an das geliebte Meer zu kommen, nimmt es mir meine Erinnerungen auf dem Weg heimwärts und zerstört, was immer war.

Veröffentlicht von Kain Schreiber

Gedanken. Geschichten. Bilder.

13 Kommentare zu „abcEtüde 43.44.20: Heimwärts

  1. Ich stimme deiner Etüde in allen Punkten zu.
    Aber (verdammt): Warum schaffst du es, meine Schreibeinladung in deinem Rückblick korrekt zu verlinken (korrekt = Ping)), denkst aber hier bei deiner Etüde weder an Ping noch Kommentar?
    Kannst du gerne weiter so machen, wenn du mich hinterher nicht anmeckerst, weil du nicht auf der Liste stehst.
    Sonntagmittagwinterzeitgruß 😀

    Gefällt mir

  2. Da hast du recht, es ist manchmal ein Kreuz.
    Und dann denke ich an einige Dörfer, die seit Jahrzehnten unter Krach und Lärm und Gestank leiden – und kann die Menschen so gut verstehen, dass sie das loswerden wollen.
    Ich finde nur, es gäbe Zwischenwege – muss nicht gleich alles verschandelt werden.
    Und ja, der Mensch an sich müsste mal darüber nachdenken, was er will – alles gleichzeitig gibt es nicht.
    Liebe Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

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