abcEtüde 41.42.20: Ungewöhnliche Zeiten

Die Schreibeinladung für die Wochen 41/42 sind fast vorbei. Die Aufgabe dieses Mal recht schwierig wie ich fand. Dennoch habe ich im Rahmen der selbigen m/eine Fortsetzungsgeschichte „Marlen“ #5 angefangen und auch diese soll nicht enden:

[ACHTUNG: Triggerwarnung: Dieser Text enthält Szenen psychischer Gewalt (Stalking), die belastend sein können und/oder Flashbacks auslösen oder Erinnerungen freisetzen. Bitte lesen Sie diesen Text nicht, wenn Sie fürchten müssen, getriggert zu werden!.]

Irgendwann war Marlen mit dem Handy in der Hand wieder auf dem Sessel eingeschlafen. Als sie gegen fünf am gerade aufhellenden Morgen erwachte, taten ihr sämtliche Knochen weh. Mühsam – mit geschlossenen Augen – humpelte sie ins Schlafzimmer und fiel ins Bett, um weiterzuschlafen.Doch schon zwanzig Minuten später klingelte ihr Wecker. Sie hatte das Gefühl, von einem Panzer überrollt worden zu sein. Keine Spur wach. Doch sie wollte nicht undankbar sein: immerhin hatte sie geschlafen und die Pflicht rief. Es würde sie ablenken, zu arbeiten. Also machte sie sich fertig und ging.

Im Hausflur nahm sie aus den Augenwinkeln wahr, dass irgendetwas in ihrem Briefkasten steckte. Ungewöhnliche Uhrzeit für eine Zustellung, dachte sie. Ging aber weiter. Ihr Bus würde nicht auf sie warten.

Knapp zehn Stunden später stieg sie am Abend wieder aus dem Bus.

In ihrer Straße richtete ein Landvermesser mit roter Warnweste sein Arbeitsgerät ein. Sie hatte noch nie richtig hingeschaut, was das für Geräte waren. Dieses hier sah jedoch anders aus. Fast wie eine Kamera. Sie wunderte sich, dass so spät am Abend noch eine Vermessung stattfand und stolperte über den Gedanken, dass sie zum zweiten Mal an diesem Tag etwas Ungewöhnliches zu einer ungewöhnlichen Zeit sah.

Unauffällig schaute sie sich um. Der Mann stand mit dem Rücken zu ihr. Er trug eine Kappe, die er sich tief ins Gesicht gezogen hatte. Er hatte ein Tuch um den Hals geworfen und es vorn hochgezogen, so dass Mund und Nase bedeckt waren. Sie sah nur sein Profil.

Rasch ging sie weiter. Alles Quatsch, dachte sie und betrat den Hausflur, zog das Kuvert aus ihrem Briefkasten, ohne ihn aufzuschließen, riss es entschlossen auf und schaute verdutzt auf die Fotos, die herausflogen und zur Erde flatterten. Sie spürte wie ihr Herz kurz aussetzte: Fotos von ihr!

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Veröffentlicht von Kain Schreiber

Gedanken. Geschichten. Bilder.

20 Kommentare zu „abcEtüde 41.42.20: Ungewöhnliche Zeiten

  1. Ach du Sch… !!! 😦 Das entwickelt sich langsam wirklich zu einem veritablen Albtraum.
    (So langsam fange ich an zu glauben, dass die Marlen-Etüden eine Triggerwarnung gebrauchen könnten.)
    Du hast noch eine Woche, von wegen „fast vorbei“! (Bitte nicht deinen Reader verlinken, sonst pingt das bei mir nie. 😉 )
    Abendgruß 😀

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    1. guten abend christiane!
      Ich kenne mich leider mit beidem nicht aus…Eine Triggerwarnung (ich verstehe natürlich,was du meinst)kann ich gern zukünftig mitgeben; aber das mit dem Reader versteh ich tatsächlich nicht so richtig.kannst du mir helfen?!

      Gefällt 1 Person

      1. Sorry. Triggerwarnungen inklusive Form: Wir hatten vor einem Jahr das als richtig großes Thema hier auf dem Blog. Falls es dich interessiert, hier ging es los:
        https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/09/15/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-38-39-19-wortspende-von-make-a-choice-alice/
        Du wurdest gewarnt 😉
        Reader: Du hast meine Schreibeinladung verlinkt, dein Link beginnt mit „https://wordpress.com“. Das sind Links, die auf den Reader führen, die kannst nur du lesen und aufrufen. Links zu mir beginnen immer mit „https://365tageasatzaday.wordpress.com/“. Und nur die Links, die einen Blog verlinken (nicht den Reader), pingen.
        Abendgruß mit Rotwein und Katze 😉

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      2. Stimmt, es hat ja bisher auch noch nie gepingt 😉 – aber ich gebe zu, dass es mir vorher noch nie aufgefallen ist *lach*.
        Es ist einfach, den Link zu bekommen, wenn du mit dem PC/Laptop arbeiten kannst, auf dem du mehrere Tabs aufmachen kannst, denn dann kannst du dir die Schreibeinladung in einen zweiten Tab legen und einfach die URL kopieren.
        Guten Morgen, schönen Sonntag! 😀

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      3. siehst du….aber gut, dass es jetzt aufgefallen ist. ich will dir ja die arbeit nicht schwerer machen. das erklärt auch,warum dir immer wieder ein beitrag durchrutschte…weil ICH es falsch mache….entschuldige! ich gebe mir mühe!
        dir auch einen wundervollen Sonntag!

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      4. Ähm, neeee. Wenn mir ab und an mal einer durchrutscht, dann liegt das meistens an mir. Zumindest bei dir war das so. Zu wenig Zeit für die Liste, nicht genau genug hingeschaut – so was. Pings haben gern mal Schwierigkeiten, besonders wenn WP Updates fährt. Die Sache mit dem Kommentar ist/sollte eigentlich die sichere Bank (sein). Von daher: Alles gut. Wirklich.
        Hier hat es inzwischen angefangen zu regnen und ich war bis eben kurz an der Elbe … 😉

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  2. Wegen dem Link: Kennst du die „Press it“-Funktion vom WordPress-Blog? Du findest es unter den Einstellungen in der Rubrik „Verfassen“, ganz unten.

    Das sogenannte Bookmarklet fügt sich den Lesezeichen deines Browsers hinzu und so kannst du Inhalte von beliebigen Webseiten, die du verwenden möchtest, in den Blog holen, immer automatisch mit dem Link der betreffenden Seite.

    Es dient also eigentlich dem Rebloggen, nur anders als der Reblog-Button unter den WordPress-Artikeln speichert es, wenn man will, zuerst einen Entwurf, den man später zum eigenen Artikel umbauen kann.

    Wenn du die Schreibeinladung von Christiane direkt in ihrem Blog besuchst und nicht im Reader, und dann „Press it“ verwendest, hast du automatisch den richtigen Link für den Ping darin.

    Ich verwende das so, dass ich mir immer die Wortspende mit der Maus markiere, die Etüdenregeln, und so per „Press it“-Funktion schon die Basics für meine Etüde vorbereitet habe, und der Ping zu Christianes Einladung funktioniert dann garantiert.

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  3. Die Stalking-Geschichte bekommt durch das Handy in der Hand einen neuen Aspekt, denn wenn ein Stalker schon eine Obsession verfolgt, dann scheint Maren sich dem mit einem ungewollten aber in gewisser Weise doch vorhandenen Suchtverhalten auch noch zusätzlich zu öffnen. Sehr fatal.

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