abcEtüden 39.40.20: Verlorenheit

                                                       Fortsetzung #Marlen 4
Christiane hat eine neue Schreibeinladung zu den abcEtüden erstellt. Es gilt 3 Worte in maximal 300 Worten Text zu verflechten:

Marlen schaltete das Fernsehgerät ein. Zappte durch alle Sender. Blieb hier und da kurz hängen. Langweilte sich aber immer nach wenigen Sekunden schon: Quiz-Shows, Aufklärungsshow mit Martin Rütter – war der nicht Hunde-Dompteur? was laberte der denn jetzt über Steuerverschwendung -, Rosamunde Pilcher. Bei einer Doku über die Situation der Wälder blieb sie etwas länger hängen. Kurz fand sie es erstaunlich, dass trotz der Hitze gut Pilze zu finden waren. Dann schaltete sie den Apparat aus und ging kurz entschlossen ins Bett.Sie schloss die Augen. Versuchte nichts zu denken. Sehnte sich danach, zu schlafen.Hatte aber sofort die Bilder wieder vor Augen: wie er dort gestanden hatte. Sie anstarrte. Nichts sagte.

Sie riss die Augen auf. Versuchte die Dunkelheit zu durchdringen. Sprang aus dem Bett. Schaltete ihren Laptop ein. Das Licht des Bildschirms blendete sie. Während der Laptop hochfuhr, kochte sie sich einen Kaffee und richtete sich auf eine lange Nacht ein, obwohl ihre Augen brannten und sich ihr Körper völlig erschöpft fühlte. Sie las und las. Alles, was sie über Stalking finden konnte. Die Berichte Betroffener machten sie unendlich traurig. Versetzten sie in allerhöchste Alarmbereitschaft. Pumpten ihr Adrenalin durch die Adern. An Schlaf war nun überhaupt nicht mehr zu denken. Dafür wurde das Bedürfnis, mit jemanden zu reden immer größer. Sie sah auf die Uhr 03:44. Keine Chance. Klappte den Laptop zu. Setzte sich in den Sessel am Fenster. Nahm ihr Handy und gesellte sich zu den anderen Schlaflosen bei Twitter.

Veröffentlicht von Kain Schreiber

Gedanken. Geschichten. Bilder.

9 Kommentare zu „abcEtüden 39.40.20: Verlorenheit

  1. Danke, dass Du diese Story vortgesetzt hast! Stalking ist so ein gruselig reales Thema und nimmt so unglaubliche Formen an, dass jede Geschichte darüber – fiktiv oder echt – wichtig ist. Und auch hier: Krass, was mit meinen langweiligen Wörtern möglich ist 🙂

    Gefällt 1 Person

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